Betriebsausflug nach Madeira – CT9/DL1CW

Man sollte es kaum glauben, aber nach vielen Anläufen hat es unser OV geschafft mal eine „Mini-DX-Pedition“ zu organisieren. Es ist nicht gleich das hoch gesteckte Ziel – Andorra – geworden, aber immerhin gleich ein anderer Kontinent. Es geht nach Afrika – Madeira.

Mit an Board sind: Lothar, DL1SBF mit XYL Elisabeth; Axel, DL3ZH; Thomas, DB2TR; aus Spanien kam der 2. Thomas, DK7TM; und unser Gastgeber Walter, DJ6QT

09.Juli 2009

Nach ruhigem Flug wurden wir von Walter, DJ6QT am Flughafen empfangen. Bei Walter werden wir in den nächsten Tagen unsere funktechnische „Zuflucht“ finden. Nach einigen Wirren bei der Beschaffung des Mietwagens für Lothar, ging es über die super ausgebauten Straßen, und endlosen Tunnel nach Santana, auf der Nordseite der Insel. Gegen 20:00 Uhr Ortszeit erreichten wir unsere Pension.

Casa da Tia Clementina - Unser Quartier

Getrieben von großem Hunger, wurde gleich in der Nachbarschaft eingekehrt, und bei gutem Essen, und Wein klang der Tag aus. Da Walter uns das Call CR3L zur Verfügung stellte, kamen wir nach kurzer Abstimmung zu der Entscheidung in der Kategorie „Multi-Single“ an den Start der IARU-Weltmeisterschaften zu gehen. Freitag morgen ist Antennenbau angesagt.

Thomas, DK7TM, hängt noch am gleichen Abend (schon fast Mitternacht) noch einen „Dummy-Load“ in die Sträucher, und will die ersten QSOs fahren. Schwer zu glauben, das es damit was wird, aber man weiß ja nie...

10.Juli 2009

Axel und ich sind die Frühaufsteher. Aber gegen 08:30 tauchen auch die Anderen auf. Ausgiebiges Frühstück und Einkauf der Grundnahrungsmitteln (Wein & Brot). Zwischenzeitlich habe ich schon angefangen, mit Walters Hilfe, die Antennen aufzubauen. Während die Beams für 40m und die oberen Bänder nur herausgefahren werden mussten, brachte die Vertical für 80m etwas mehr Arbeit. Letztlich ging der ganze Tag dafür drauf, und erst am späten Abend konnten wir „HF-KLAR“ melden.

Allerdings ist noch kein PC-Netzwerk installiert, kein Schichtplan aufgestellt und, und, und...

Ein schönes Plätzchen...
...aber dann läufts... Der Chief-Op ...und unser
CT9/DL3ZH steckt noch in der Verkabelung

11.Juli 2009

Walter hatte inzwischen vom Nachbarn Internet-Zugang besorgt. Die Idee nochmals die Orginal-ausschreibung zu konsultieren, brachte etwas Verwirrung. Da steht wörtlich:

4.2. Multi Operator, Single Transmitter, Mixed Mode only. You are not allowed a second radio that works only multipliers.
Gut das wir Jemanden gefragt haben, der sich damit auskennt..

Oooooppps! Das hatten wir aber anders in Erinnerung! Also Alles zurück auf Start... Wenn wir nur eine Station betreiben dürfen, dann wird die Zweite für private QSOs frei. Allerdings nur auf Bändern, auf denen die Hauptstation nicht arbeitet, und nur mit einer GP.

So etwa 3 Stunden vor Contestbeginn viel mir auf, das ich die Tastung des Rechners noch nicht ausprobiert hatte. Gute Idee! Das vorhandene Interface kann das nämlich gar nicht. Ich musste daher noch den MorseKeyer zusätzlich installieren, und der wehrte sich lange Zeit normal zu funktionieren. Irgendwann brachte ein Restart des Computers das ganze System zur Vernunft, und uns in den Status: „Contest Ready“.
Der Plan war gemacht, auf der Basis von 2-Stunden-Schichten. Walter fängt an, dann ich, EA-Thomas, Lothar, Axel und TR-Thomas. Dann wieder von vorn. Alle machen SSB, nur Lothar und ich kümmern sich um CW. Lothar entschied später es auch mit SSB zu versuchen, und erreichte dort eine richtig gute QSO-Rate.

Ab 12:00 UTC geht die Ruferei los, und das Log beginnt sich zu füllen. Wenn man unseren unterschiedlichen Erfahrungsschatz betrachtet, sollte mit der guten Station eine QSO-Zahl von 2400 erreichbar sein. „Schau'n mer Mal...“

Walter ist mürrisch nach seiner ersten Schicht. Es lief nicht so, wie er es erwartet hatte. Ich bin mit der CW-Abarbeitung eigentlich ganz zufrieden. Ein Schnitt von deutlich mehr als 100 QSOs/h ist wohl akzeptabel. Immer wenn mehrere USA-Stationen rufen geht der Schnitt der letzten 10 QSOs auf einen Wert deutlich über 200. So macht es Spass. Uwe, DL4AAE hatte mich sehr schnell gefunden, und kam im ersten Anruf ins Log. (Schönes Signal.) DK7TM löst mich ab, und ist innerhalb von einer Minute schon tief im SSB-Pile-Up „versunken“. Er fährt das Ganze wie einen Sportwagen.

hier ist unser

Alle die nicht an der Station gebraucht werden, machen es sich beim „Nachbarn“ im Restaurant gemütlich.
Axel ist der OP, als vor 22:00 Uhr, die 1000-QSO-Marke passiert wird. Wir liegen im Plan! (Was ein echter Ossi ist, der kann eben nicht ganz ohne...)

Gute Nacht.

v.l.n.r: DB2TR, DL3ZH, DK7TM

12.Juli 2009

Kurz vor 03:00 bin ich auf den Beinen, um Walter abzulösen. Der sieht diesmal sehr zufrieden aus. Er meinte das es bis auf einen Schnitt von 180 QSOs/h hinauf gegangen ist, und es Spass gemacht hat. Die Latte hängt jetzt hoch!
Ich begann auf 80m und kam recht gut voran. Nach etwas mehr als einer Stunde dann Frequenzwechsel auf 40m. Huuuuuuch! Hier werde ich ja mit offenen Armen erwartet... Dickes pile-up, und volle Konzentration bis zum Ende der Schicht. TM-Thomas scharrt schon mit den Hufen. Ich verziehe mich wieder in die Koje...!

Am Ende wurden es 2151 QSOs und knapp 2.2 Millionen Punkte. Ich finde, wir haben einen guten Job gemacht, und der Spaß ist dabei erhalten geblieben.
Danach war erst einmal Zeit für ein tolles Mittagessen, und eine Ortsrundgang bei strahlendem Sonnenschein.

Bis zum Mittag nur noch „Business as usual“. Die 2000-QSO-Marke fällt wieder in Axels Schicht, auch wenn wir die 2400 wohl nicht mehr erreichen können.

13.Juli 2009

Die Mannschaft hat beschlossen das heute Sightseeing angesagt ist. Allerdings kommen wir erst ziemlich spät aus den Kojen. Erste Station ist der Standort von CR3A. Da gibt es wirklich etwas zu sehen!

Dagegen ist der Aufwand an unserem Standort vergleichsweise gering. Allerdings gibt das Gelände auch die Möglichkeiten dazu.

Zweiter Stopp war Camacho, mit der Korbwarenfabrik, ein „MUSS“ für jeden Madeira-Besucher. Die angebotenen Souvenirs entsprechen vermutlich nicht mehr so ganz dem Geschmack der meisten Besucher, aber es scheint sich noch zu lohnen. Den Nachmittag verbrachten wir dann in Funchal, der Inselhauptstadt.

Am Abend, ab ca. 21:00 Uhr Lokalzeit wurden die Stationen wieder befeuert, und sowohl auf 40m als auch auf 20m gingen gute pile-ups in die Logbücher. Keine Ahnung warum CT9 so begehrt scheint, aber wir Alle hatten viel Spaß an den QSO-Serien.
Der Abend war total verregnet. Mal sehen was der neue Tag bringt? Wandern? Funken? Inselrundfahrt?

Gute Nacht.

14.Juli 2009

Ich habe für heute beschlossen, dass ich den Tag an der Station verbringen will. Der Rest ist irgendwo unterwegs auf der Insel. Nachdem ich mich schon gegen Mitternacht auf 80m betätigt hatte, versuchte ich nun die hohen Bänder zu beleben.
Auf 10m ging es leider nur nacg Spanien, Portugal, Frankreich und Italien. Deutlich besser dann aber auf 21 MHz. Obwohl die Signale alle sehr leise waren, konnte ich sie gut lesen. Das ist das Angenehme an den oberen Bändern: Es gibt kein Prasseln und Rauschen! Am Ende sind es noch 485 QSOs geworden. Alle werden automatisch bestätigt!

15.Juli 2009

Es ist schon wieder der letzte Tag! Heute steht Wandern auf dem Programm. Der höchste Berg der Insel, der Pico Ruivo, ist das Ziel. TR-Thomas, Axel, Lothar und ich machen uns auf den Weg, und erleben einen wundervollen Vormittag. Auch das Wetter spielt mit. Erst beim Abstieg ziehen die Wolken über den Kamm, und es wird etwas ungemütlicher. Am späten Nachmittag beginnt der “Rückbau”. Alle Anschlußkabel werden in Walters kleinere Hütte umgelegt, damit Lothar auch in der Folgewoche noch funken kann. Die 80m-Vertical bleibt noch stehen. Am Abend ist dann Abschiedsparty!

Rundgang

Bis bald schöne Insel!